Eigentlich wollte ich, wie es sich gehört, einen Jahresrückblick im allgemeinen geben aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass ich dies hätte gut umsetzen können, denn viele Dinge verlangen nach mehr Tiefe und die geht bei einem genrealistischen Rückblick einfach verloren. Also habe ich mich gefragt, was mir am ehesten auf der Seele brennt und worüber ich sprechen möchte… die Antwort war schnell gefunden: Das erste Jahr in der Selbstständigkeit, mit all den Stolpersteinen und Erfolgen einmal beleuchten und wie es mir heute damit geht.

Aller Anfang ist… Chaotisch!?

Es ist nun fast tatsächlich ein ganzes Jahr her, als ich ins hiesige Rathaus spazierte mit der Absicht, ein neues Unternehmen anzumelden. Ich war maximal Vorbereitet, da es inzwischen das 4. Unternehmen war welches ich anmeldete – da lassen sich Formulare deutlich einfacher ausfüllen. An einer Stelle hänge ich aber immer wieder: Was ist der Gegenstand Ihres Unternehmens? Diese Frage bringt mich immer ins Grübeln, denn ich will ja nicht viel zu viel rein schreiben, gleichzeitig muss aber alles drinnen stehen was als Tätigkeit anfällt, nur lässt sich meistens zu Beginn nicht schon sagen, wie sich das Feld evtl. entwickelt und dann läuft man wieder los und lässt es nachtragen, doch das würde ich gern vermeiden. The struggle is real. 😉 Dieses mal habe ich jedoch das Formularfeld voll genutzt und bin in den Ausführungen – wo es möglich war – schwammig geblieben. Das gibt mir Flexibilität. Und so schnell wie ich dort drinnen war, war ich auch schon wieder draußen. Im Anschluss noch die ganzen Steuerunterlagen ausgefüllt, eine Ust.-ID angefordert und schon konnte es losgehen!

Wie ein kleiner Amateur, welcher ich durchaus war, begann ich also die ersten Shirts mittels Flexdruck zu veredeln und probierte mich auch mit Infusible Ink, welche über einen Schneideplotter geschnitten wurde, in der Sublimation. Damals war es für mich der „Heilige Gral“ und „mehr werde ich nie brauchen!“. Oh boy! Ich lag ja so falsch. 🙂
Es dauerte nicht lang und ich hatte direkt einen „größeren“ Auftrag über 30 Shirts. Vorder- und Rückseite sollten veredelt werden. Bis dahin hatte ich mal zwei oder drei Shirts an einem Abend erledigt, aber nun gleich 30 Stück war eine andere Hausnummer, besonders weil das Motiv so kleinteilig war und im Flexdruck macht das entgittern dann echt richtig Arbeit. Was hab ich geschwitzt und gekämpft, aber genau so ist der Stolz in der Brust gewachsen, als ich das Paket endlich auslieferte. Der Gewinn wurde unmittelbar in einen Sublimationsdrucker investiert, was meine Keramikveredelung umkrempelte und das obwohl ich noch für 450 Euro Infusible Ink Folien im Schrank hatte. Auch das sollte sich schnell auszahlen, denn kurz darauf stand dann auch schon der erste „größere“ Tassen-Auftrag an und mit ihm wieder eine Reihe T-Shirts. Dieser Gewinn ersetzte relativ schnell meine Flexfolien, denn dünnere und mit weniger Hitze und Zeit zu verpressende Folien, sind nicht nur angenehmer zu tragen sie schonen beim veredeln auch das Textil.

Flex- und Flockdruck sind nun nicht bekannt dafür aufwendige Motive zu realisieren – Willst du einen Verlauf haben oder mit unzähligen Farben arbeiten, dann wird es schnell schwierig bzw. nahezu gar nicht möglich. Die Sublimation schaffte mir hier Abhilfe, allerdings funktioniert diese nur auf hellem Polyester und Polyester-Shirts tragen die wenigsten (zumindest als daily Driver). Baumwolle ist einfach schöner zu tragen und sieht auch deutlich wertiger aus, auch wenn es hier ebenso unterschiede gibt. Das Sublimieren auf Baumwolle wurde also ein Thema, und ich fand ein Spray, welches dies möglich machen sollte (siehe dieser Blogbeitrag). Spoiler: Das Zeug ist echt nur was für den Heimgebrauch… eigentlich nicht mal dafür. Der Druck wäscht sich relativ schnell wieder raus und am Ende bleibt ein blasser Hauch von nichts. Als ich also in neue Folien investierte stolperte ich über die Siser EasySubli. Tolle Folie! Sie lässt sich direkt mit Sublimationstinte bedrucken und kann verpresst werden. Natürlich muss das Motiv zuvor durch den Plotter um es auszuschneiden, aber nach dem pressen sieht es wirklich sehr gut aus. Allerdings ist die Folie etwas dicker und wenn du einen Rückenprint machst, dann spürt man wieder die Folie. Ich schwenkte also um und investierte bis dahin realisierte Gewinne in den Digital Druck. Mit wasserbasierter EcoSolvent Tinte ließ sich schnell auf die Folie Siser S-Print drucken und das Ergebnis war… ernüchternd. Zwar war die Folie super weich, dehnbar und dünn, doch sahen die Farben Mist aus. Warum? Für die Tinte gibt es keinen dedizierten Drucker, du musst dir einen passenden Drucker kaufen und mit Ersatzpatronen die EcoSolvent Tinte einfüllen. Das funktioniert, aber damit alle Farbnuancen auch stimmen, muss der Drucker kalibriert werden – Und zum erstellen eines Kalibrierungsprofil braucht es Kalibrierungswerkzeug/Software. Ihr seht, ich habe während all meiner Aufträge viel ausprobiert und mich weiterentwickelt. Am Ende ging die Kalibrierung leicht von der Hand und ehe ich mich versah, druckte ich das erste Motiv welches wirklich super aussah. Das sind wirklich gute Drucke, mit denen ich allerdings nur kleinere Logos drucken lasse, denn unterm Strich ist es einfach nicht Gewerbetauglich, dafür sieht es nicht professionell genug aus. Der DTF Druck wäre also gut, aber ein richtiger DTF Drucker kostet 5-Stellig, weshalb dieses Ziel auf 2026/2027 gerutscht ist. Schöne hochwertige Motive lassen sich aber auch über das Screenprinting realisieren, und hier starte ich jetzt frisch mit durch.

Ein riesiges hin- und her bis ich also die richtige Printform gefunden hatte, auf welcher ich den Großteil meiner Arbeit erledigen mag und doch noch nicht am Ziel. Denn wenn ich einen DTF-Drucker mein eigen nenne, dann braucht es noch dringend einen DTG Drucker. 🙂

Neben den Druckformen ist aber auch viel noch nebenher passiert. Als meine Autopress von Cricut den Dienst quittierte, musste ich schnell auf einen Ersatz zurückgreifen (Hier ließt du mehr). Inzwischen besitze ich mehrere Transferpressen, nicht nur für Textilien. Auch drei Tassenpressen, eine Kappenpresse, Tellerpresse… Auch hier bin ich etwas in die Breite gegangen. Anfangs dachte ich, mein Büro würde so ausreichen wie es ist, inzwischen weiß ich, dass das so nicht bleiben kann, deshalb wird in den kommenden Monaten das Büro umgestaltet um mehr Platz und effizientere Abläufe möglich zu machen – Da das Business weiter wächst, wird zeitgleich ein Kellerraum ausgebaut und zum Siebdruck- und Logistikraum umfunktioniert. Damit später das Abschichten von Sieben sauber funktioniert, muss ebenfalls die Waschküche etwas angepasst werden – Passt jedoch sehr gut, da der vorgesehener Kellerraum direkt an dieser angrenzt. Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass meine Idee so schnell in dieser Form wächst, aber bin auch sehr froh darum dass es so gut funktioniert hat.

Wichtiges Thema: Steuern!

Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt bzw. wer sich dazu entscheidet ein Gewerbe anzumelden, der wird unweigerlich mit dem Thema „Steuer“ konfrontiert. Als Angestellter ist es in der Regel ganz einfach: Einkommenssteuernachweis für das letzte Jahr, Strecke zur Arbeit, ggf. Homeoffice Pauschale und vielleicht noch eine Hand voll mit Besonderheiten. Für Selbstständige ist es noch mal eine Spur intensiver und je nach Rechtsform auch deutlich komplexer (Doppelte Buchführung, Bilanzierung, etc.). Hier hilft eigentlich nur eine gute Software welche ordentlich unter die Arme greift. Ganz häufig stolpert man über Lexware… und Lexware ist auch ganz gut und wird ziemlich sicher jeden Anspruch gerecht werden, aber mein persönlicher Liebling ist sevDesk. Lexware lockt gerne mit „6 Monate kostenlos!“ und bundlet auch Steuersoftware mit einem eigenen Geschäftskonto, doch lässt sich sevDesk auch zu guten Deals abschließen und so ziemlich jede größere Bank oder bekanntes Business Konto (z.B. Holvi) lässt sich an sevDesk anbinden. Warum bevorzuge ich sevDesk gegenüber Lexware? Nun, der Funktionsumfang ist bei beiden eigentlich gleich, da unterscheiden sie sich nicht wirklich, aber sevDesk wirkt wie frisch entwickelt, Lexware hingegen sieht aus, als wäre das App-Design zur Jahrtausendwende skizziert worden. Also wirklich, es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Als ich mir überlegte mit welcher Rechtsform ich starten möchte, war ich mir anfangs unsicher. Am Ende habe ich aber im ersten Step ein Einzelunternehmen gegründet mit dem klaren Ziel es in eine e.Kfm. umzuwandeln, was ziemlich sicher dieses Jahr passieren wird. Warum habe ich diesen Weg so gewählt? Nun, als Einzelunternehmer ist die Bürokratie deutlich einfacher aber fairerweise ist die Wahrnehmung innerhalb der B2B Branche auch deutlich schlechter. Als eingetragener Kaufmann kommt man durchaus ein Stück seriöser/professioneller um die Ecke und die Rechtsgrundlage ist nicht länger das BGB sonder das HGB. Allerdings steckt man auch direkt in der doppelten Buchführung und der Bilanzierung fest. Auch als Kaufmann zu gründen ist etwas „schwieriger“ da es zwingend einen Notar braucht, welcher auch wieder Kosten verursacht. Es empfiehlt sich, wer erst mal nur gucken mag wie das eigene Vorhaben funktioniert, ein Einzelunternehmen zu gründen und im weiteren Verlauf – wenn nötig und sinnvoll – auf eine andere Rechtsform umzuschwenken.

Nur damit man sich besser vorstellen kann was der Unterschied an Aufwand bedeutet. Lass uns annehmen du veredelst Keramik und Textil – du kaufst 80 Tassen für 100 Euro ein – gleichzeitig kaufst du Folie zum bedrucken. Eine Rolle kostet, sagen wir, 15 Euro und du kaufst 4 Rollen. Anschließend verkaufst du 65 Tassen für je 18 Euro, wobei du dabei eine ganze Rolle Folie verbrauchst. Beim Einzelunternehmen erstellst du eine EÜR, eine Einnahmen-Überschuss Rechnung. Da sieht es dann wie folgt aus:

Ausgaben: 160 Euro (Materialeinkauf)
Einnahmen: 1.170 Euro

Simpel, oder? Bei der doppelten Buchführung geht es mehr so in die Richtung:

Wareneingang / Rohstoffe 160 Euro
an Bank 160 Euro

Bank 1.170 Euro
an Umsatzerlöse 1.170 Euro

Aufwand für Wareneinsatz 96,25 Euro
An Warenbestand 96,25 Euro

Das ist deutlich mehr Aufwand gibt dir jedoch einen tieferen Blick auf deine Zahlen und du siehst wo dein Kapital gebunden ist. Hier hört es dann aber auch nicht auf, denn als eingetragener Kaufmann unterliegst du der Veröffentlichungspflicht und musst deine Jahresergebnisse im Bundesanzeiger veröffentlichen. Neben den üblichen Steuerformularen von Elster musst du nun also mittels einer kostenpflichtigen Software (Es gibt hier einfach nichts was kostenfrei ist und es wird auch nichts kostenfreies vom Staat zur Verfügung gestellt) neben deiner Bilanz noch eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen und diese als „eBilanz“ versenden. Wer nicht tief im Thema Steuern (und damit meine ich alles steuerrelevante rund um ein Unternehmen) drin steckt, der wird spätestens mit der Rechtsform e.Kfm. einen Steuerberater benötigen. Es ist also alles aufwendiger, komplexer und teurer. Zwar ist das erste mal eine EÜR erstellen für jemanden der nicht fit im Thema Steuern ist ebenfalls eine kleine Hürde, jedoch ist die Lernkurve akzeptabel. Da ist man mit Fach-Abitur in der Richtung „Wirtschaft & Verwaltung“ definitiv gesegnet, sofern man nicht alles wieder vergessen hat. 🙂

Amazon Kundenservice enttäuscht

Personalisierte Produkte sind ein Renner… vor allem aber zu besonderen Anlässen wie z.B. Valentinstag oder Weihnachten. Letzteres wollte ich nutzen um meine Bekanntheit etwas anzukurbeln und den einen oder anderen Euro zu verdienen. Ich erstellte also Flyer, welche ich lokal verteilte – und startete neben Etsy auch auf Amazon, zumindest wollte ich das, denn es hat sich gezeigt, dass das registrieren als Unternehmen gar nicht ganz so einfach ist, jedenfalls wenn man bei der Registrierung in ein Problem rennt. Meine Registrierung wurde leider abgelehnt. Der Grund? Wird nicht genannt. Es heißt nur sinngemäß das aufgrund der vorliegenden Unterlagen kein Unternehmenskonto eröffnet werden kann. Blöd ist allerdings, dass du alles mögliche an Unterlagen einreichen musst und du somit nicht weißt, welche der Unterlagen eigentlich das Problem sind. Eine Anfrage über den Supportchat brachte keine Hilfe, nur ein „Sie müssen Ihre Antwort auf dieser Website stellen“ und ich bekam einen Link – Dort habe ich dann eine Anfrage gestellt. Als Mail erhielt ich die Antwort zurück, dass ich dies beim Support-Chat erfragen könne. Der Chat verwies mich allerdings dieses mal an einen anderen Chat welcher mich wieder an ein neues Kontaktformular weiterleitete – Hier bekam ich dann nur die Rückmeldung, dass man sich das Anliegen ansehen wird, mehr kam hier nicht. Niemand konnte oder wollte mir so wirklich helfen. Nachdem ich Wochen (!) recherchierte, fand ich heraus, dass das Dokument welches die Gewerbegründung bescheinigt, nicht älter als 180 Tage sein darf. Ich probierte es also, ging zum Rathaus und holte mir eine Bestätigung, dass das Unternehmen noch existiert und schwupp-di-wupp war ich zwei Tage später dann auch angemeldet. Leider war es nun bereits Ende Dezember und das Weihnachtsgeschäft war somit, zumindest Bei Amazon, weitestgehend gelaufen. Dieses Jahr werde ich jedoch verstärkt als Marketplace Händler Bei Amazon in Erscheinung treten und schauen, ob ich hier Umsatz machen kann.

Ganz anders war da Etsy… die Anmeldung ging zügig und ohne viel hin und her. Auch das erstellen von Produkten ist super leicht und geht schnell von der Hand. Als Test entwarf ich zwei weihnachtliche Designs und stellte sie als personalisierbare Tasse im Etsy Shop ein. Traffic bekam ich nur sehr mäßig, also schliff ich noch etwas am SEO und probierte die Etsy Ads aus. Das kostete zwar, doch um erst mal Verkäufe zu generieren und Bewertungen zu sammeln ist das ja auch eine feine Sache. Es dauerte nicht lange und es flogen die ersten Bestellungen rein. Das ging fix. Da meine Tassen Teil des Etsy-Christmas Sales waren, wurden diese auch für einen kleineren Preis angeboten. Das sorgte leider dafür, dass der Gewinn spürbar von den Etsy Ads und den Verkaufsgebühren geschmälert worden ist und doch fühlte es sich gut an, die ersten Produkte online verkauft zu haben. Ich merkte plötzlich, wie ich Online noch skalieren kann und wo es noch hakte… denn lokal an Vereine oder Firmen zu verkaufen ist recht einfach. Ich bestelle 50 Shirts, ich packe 50 Shirts aus dem Karton aus, ich drucke 50 Shirts, ich schmeiße 50 Shirts wieder in den Karton und liefere sie aus. Jetzt stand ich bei meinen ersten Bestellungen vor der Herausforderung, dass ich gar kein geeignetes Verpackungsmaterial hatte. Ich fuhr also zu DHL um fix Versandkartons zu kaufen und dann traf mich fast der Schlag… die Dinger sind bei DHL ja sauteuer. 😀 Online deckte ich mich dann erst mal mit den passenden Größen an Versandkartons ein, dass war deutlich billiger und mindestens genauso gut.

Übrigens: Wer Online Waren verkauft und versendet, der muss auch Verpackungssteuer entrichten. Jaaa, ganz recht. In Deutschland wird nichts gemacht ohne es irgendwie mit einer Steuer zu belegen. 🙂 Wer also online verkaufen möchte, der sollte die Jahresgebühren für die Steuer mit einkalkulieren. 😉

Kalkulationen und noch mal Steuern…

Nun, wie erwähnt gibt es so witzige Dinge wie eine Verpackungssteuer, aber je nach Umsatz und Unternehmensform, muss man parallel noch die Gewerbesteuer und weitere (Körperschaftssteuer, etc..) im Auge behalten. Unterschätzt wird auch oft wie hoch die Kosten für absolut notwendige Dinge sind und dann verbaut man sich auch noch den Weg, weil die Preiskalkulation nicht genügend Gewinn abwirft. Hier konnte ich gut Starten. Dank sämtlicher Erfahrungswerte wusste ich, welche Kosten auf mich zukommen und wie ich mit den Steuern umzugehen habe. Zeitgleich kenne ich alle Tools welche ich benötige und habe diese bei meinen Kalkulationen mit einfließen lassen.

Was du immer wieder siehst: Menschen kalkulieren ihre Steuerlast falsch, legen sich zu wenig Geld beiseite, sind nicht gut vorbereitet wenn es an die erste Steuererklärung geht… und dann wird diese auch noch hinausgezögert. Und genau da fängt es an zu kranken. Viele denken sich „Ach, ich leg einfach 50% meiner Einnahmen weg, dann passt das schon.“. Ja nee, dass wird es nicht. 😉
Da viele nach der Gründung die steuerliche Erfassung sehr konservativ ausfüllen – oft auch „Ich rechne erst mal mit keinem Gewinn“ um nicht in die Not von Vorauszahlungen auf noch nicht realisierte Gewinne zu kommen, stehen diese dann plötzlich nach der Rückmeldung der ersten Steuererklärung vor einem Loch, denn nicht nur möchte der Fiskus nun seine Steuern, sondern zeitgleich auch erst mal eine ordentliche Vorauszahlung. Das schmerzt dann empfindlich und kleinere Firmen treibt dies häufig in die Insolvenz. Also: Mach nicht den Fehler und unterschätze deine reale Steuerlast! Und vor allem: Sei ehrlich zu dir selbst, wenn du die steuerliche Erfassung ausfüllst.

Vielleicht auch noch mal ein Wort zu Preiskalkulationen: Berücksichtige ALLES!
Wenn du für deine Tätigkeit ein Werkzeug brauchst, welches – sagen wir – 300 Euro kostet, dann rechne dies anteilig in deinen Preis mit ein. Druckerpatronen kosten auch Geld, diese sollten ebenfalls einen Anteil an deinem Verkaufspreis haben. Es sind eben genau diese Kleinigkeiten, welche gern übersehen werden.

Und noch ein Tipp, welchen ich weiter oben schon mal angeschnitten habe: Nutze eine Steuersoftware und pflege sie übermotiviert. Ja, das Thema Buchhaltung macht nicht immer sonderlich viel Spaß, aber noch viel weniger Spaß macht es, mit dem Finanzamt in den Kampf gehen zu müssen. Und wenn wir schon beim Thema Buchhaltung sind, möchte ich an der Stelle dringend mit etwas aufräumen, was irgendwie falsch in vieler Köpfe hängt, ich aber immer wieder höre:

Ich höre z.B. oftmals „Das kann ich von der Steuer absetzen, dann bekomm ich das Geld ja wieder.“. Nein. Nein. Einfach nein! Du bekommst das Geld nicht wieder. So funktioniert das nicht. Auf Basis deines Gewinns, errechnet sich deine Steuerlast. Dies ist der Betrag, den du an Steuern zahlen musst – wo du hoffentlich durch Vorauszahlungen nichts mehr nachzahlen musst. Du kannst deinen Gewinn durch Investitionen schmälern – daraus ergibt sich dann eine kleinere Steuerlast. Das bedeutet so viel wie: Du kaufst dir etwas für 700 Euro für dein Unternehmen, du setzt es voll von der Steuer ab – wodurch sich dein Gewinn um 700 Euro schmälert, und daraus ergibt sich dann eine neue Steuerlast.

Mal als griffigeres Beispiel und stark vereinfacht:

Du machst 50.000 Euro Gewinn im Jahr. 50.000 Euro sind irgendwas um die 30% Einkommenssteuer. Das sind also rund 15.000 Euro Steuern. Wenn du nun 700 Euro absetzen kannst, dann reduzieren sich deine 50.000 Euro Gewinn auf 49.300 Euro. Auch das sind weiterhin um die 30% Einkommenssteuer – in harten Euros jedoch keine 15.000 Euro mehr, sondern 14.790 Euro. Durch die 700 Euro Invention, sparst du also 210 Euro. Das ist aber individuell Abhängig von deinem Gewinn!
Würdest du im ersten Jahr nur 10.000 Euro verdienen, dann kannst du zwar 700 Euro Investition absetzen, aber deine Steuerlast wird nicht kleiner, da du bis 12.000 Euro keine Steuern zahlst. Hier macht es dann Sinn, die 700 Euro über die Nutzungsdauer abzuschreiben, dann hat man in den Folgejahren ggf. mehr Glück und senkt damit später die Steuerlast in Teilen.

Zusammengefasst möchte ich sagen…

… es lief ganz gut. Ja wirklich! Online hätte mehr gehen können, aber ich kam einfach nicht dazu, dort mehr Zeit zu investieren. Über das erste Jahr kann ich aber nicht klagen und auch das nun zweite Jahr startet recht gut. Allein heute kam der nächste Auftrag mit 50 Shirts von einem Neukunden herein und das nur durch „Mundpropaganda“, obendrein ein paar Tassen, drei personalisierte Hoodies und ein Trikot – es könnte wirklich schlechter laufen. Ich habe viel gelernt, mich unendlich weiterentwickelt und spüre noch immer die Leidenschaft.

Für dieses Jahr steht dann eben die Ausweitung des Online-Handels an und zeitgleich auch mehr Investitionen in das Screenprinting. Ob ich dieses Jahr noch auf DTF aufrüste, steht noch in den Sternen, denn aus meiner Mietkauf-Situation wird gerade eine „Jetzt kaufen“-Situation und hier braucht es dann jeden Euro. Aber das, ist Teil eines anderen Blogposts. 🙂

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