Eigentlich ist es ein alter Hut und doch stolpert man immer wieder über Menschen, welche etwas verdutzt gucken sobald sie das erste mal ein Muster auf Baumwolle sublimieren. Spätestens nach der ersten Wäsche, stellen sie fest, dass irgendjemand das selbstgebaute Motiv weggezaubert hat. Schade! Aber: Es gibt einen Weg! Und hier möchte ich dir erklären, wie es geht!

Was brauche ich für die Sublimation auf Baumwolle?

Der logische und einfache Weg vorab: Setze von Anfang an auf Polyester! Theoretisch gehen auch Polyester-Mischgewebe, wo du z.B. einen 60% Anteil von Polyester und 40% Anteil an Baumwolle hast. Allerdings lass dir gesagt sein, dass nach dem Pressen das Muster vermutlich eher blass wirkt, was am Baumwollanteil liegt. Baumwolle kann die Farbe nicht halten, weshalb auch 100% Baumwoll-Shirts sich nicht sublimieren lassen – zumindest nicht ohne Vorbereitung. Doch auch dieser Weg verspricht nicht perfekt zu sein: Es hält weniger Wäschen und ist qualitativ zwar in Ordnung, aber eben genau das: nur in Ordnung. Außerdem ist der Aufwand durchaus höher, als wenn du direkt zu Polyester Shirts greifen würdest.

Wenn du nun aber dennoch eine Sublimation auf Baumwolle durchführen möchtest, eben weil du vermutlich unzählige Baumwoll-Textilien in deinem Kleiderschrank hast, dann kannst du dir mit einem kleinen Spray Abhilfe verschaffen. Diese Sprays haben einen Polymer Stoff enthalten, welcher sich an die Baumwolle haftet. Die Sublimation funktioniert dann auch auf Baumwolle – bzw. auf diesem Polymer-Stoff. Ich denke, es ist bereits klar, dass dies nicht die perfekte Lösung ist, für heimische D.I.Y. Projekte aber durchaus ausreichend. In meinen Shops setze ich ausschließlich auf Polyester – zumindest wenn ich sublimiere, ansonsten bleibe ich beim Flex- und Flockdruck da mir die Qualität, mit welcher ich meine Produkte versende, einfach zu wichtig ist. Deshalb an der Stelle noch mal ganz klar der Hinweis: Verwende diese Sprays nicht, wenn du gewerblich Shirts erstellst! Du machst deine Kunden unglücklich!

Das Spray bekommst du z.B. hier:

Zuletzt aktualisiert am 2. April 2025 um 0:50 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wie gehe ich vor?

Die Sprays enthalten selten eine Erklärung, wie du sie für das bestmögliche Ergebnis verwenden solltest. Zumeist sagen sie dir nur: Aufsprühen, trocknen, dann mit dem Design unter die Heizpresse und fertig. Das ist zwar irgendwie richtig, aber solltest du einiges beachten:

Schritt 1: Einsprühen
Sprühe die Flüssigkeit großzügig auf das Shirt drauf. Also wirklich… mach es nass! Du möchtest ja, dass dein Motiv später auch im ganzen haften bleibt. 😉

Schritt 2: Trocknen
Ich selbst verwende das Spray nur im Notfall, falls irgendwer ein Baumwollshirt bereits besitzt und irgendetwas mittels Sublimation darauf gepresst haben möchte. Aber wenn ich es verwende, dann lasse ich das Shirt meistens komplett an der Luft trocknen. Ich bilde mir ein, dass sich die Stoffe so besser verbinden. Wenn es aber schnell gehen muss, dann warte ich auch nur 15 Minuten, anschließend presse ich 30 Sekunden lang mit 160 Grad das Shirt trocken. Verwende dabei weißes (!!) Backpapier. Dunkles Backpapier kann hier abfärben! In der Regel trage ich dann noch mal eine kleine Schicht mit dem Spray auf und presse noch mal bei 160 Grad für 20 Sekunden. Zum Schluss presse ich dann noch mal 15 Sekunden lang bei 190 Grad um die Restfeuchte loszuwerden. Das mag in Summe nach zu viel klingen, aus Erfahrung sag ich dir aber, dass ist es nicht. 🙂

Schritt 3: Heizpressen
Als nächstes presst du dein Motiv auf das Shirt. Lege auch hier ein weißes Backpapier zwischen deinem Shirt und der Heizpresse. Übrigens: Du solltest auch noch zwei Lagen weißes Kraftpapier oder Karton in das Shirt legen um ein „ausbluten“ der Farben zu vermeiden. Wäre irgendwie nicht so prickelnd, wenn plötzlich die Rückseite deines Shirts Flecken hat. Danach presst du mit ordentlich Druck, für 45 Sekunden bei 205 Grad, das Motiv in dein Shirt.

Das wars! Anders als beim Flexdruck musst du dich hier nicht unbedingt in Geduld üben und das Motiv abkühlen lassen. Schön, wenn man sich direkt an seinem Werk erfreuen kann welches gerade mittels Sublimation auf Baumwolle erschaffen wurde. 🙂

Übrigens: Verwende mindestens helle Shirts – am besten nimmst du gleich welche ganz in Weiß. So kommen die Farben einfach viel besser zur Geltung. Auf Dunkelblau funktioniert das ganze nahezu gar nicht, aber dass ist bei der Sublimation ja generell so.

Wenn du das nötige Kleingeld übrig hast, kannst du dich auch in Richtung DTF-Druck mit einer Menge Material eindecken. Dass dürfte aber nur Sinn machen, wenn du das ganze tatsächlich gewerblich betreibst, da die Anschaffungskosten für den Privatgebrauch einfach viel zu hoch sind. Für das Geld kannst du dir 100 Shirts von einem Shop anfertigen lassen (Zum Bespiel bei mir :P).

So… und nun viel Spaß beim sublimieren auf Baumwolle Textilien. #handmade

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